Ausflug ins alte Grenzach

Bei aufgehendem Frühlingswetter trafen sich 20 Mitglieder und Gäste zu einem
Rundgang im alten Grenzach vor der ev. Leodegar-Kirche. Sie wurden von Helmut
Bauckner, dem Vorsitzenden des Vereines für Heimatgeschichte begrüßt.
Er stellte die Geschichte der Kirche vor. Mit dem Bau des spätgotischen Chores
wurde 1426 begonnen. Das Schiff wurde etwa 1800 vergrößert. Der 33 m hohe Turm
mit dem alemannischen Satteldach entstand 1507 und machte das Grenzacher
Gotteshaus zu einem der markantesten Gotteshäuser im Markgräflerland.
Im Jahre 1556 wurden große Teile des Landes Baden evangelisch und Grenzach
gehörte mit zu den ersten Gemeinden, während der Ortsteil Wyhlen der heutigen
Doppelgemeinde katholisch blieb.

Herr Bauckner wies noch auf die frühere Bedeutung von Grenzach als Heilbad hin,
das besonders aus Basel besucht wurde. Aus der Heilquelle wurde vor Jahren noch
Heilwasser in Flaschen abgefüllt und verkauft.
Der Weg führte uns über die Rebgasse (von Einheimischen auch „ Schiss-Gässle“
genannt) zum historischen Schulhaus und vorbei am Rathaus zur Römervilla.
In diesem Bereich waren schon seit 1893 römische Funde bekannt. Mit den
Ausgrabungen wurde 1983 unter der Leitung des Landesdenkmalamtes begonnen.
Der Schutzbau wurde vom Verein für Heimatgeschichte betreut und die Finanzierung
(500.000 DM) organisiert.
Das gesamte Anwesen hatte eine Fläche von 8.500 Quadratmeter. Die Funde,
insbesondere Bruchstücke einer Wandmalerei verweisen auf eine hohe Wohnkultur.
Die Villa steht im Zusammenhang mit der auf der anderen Rheinseite liegenden
bedeutenden Römerstadt Augusta Raurica. Es wird davon ausgegangen, daß einer der
Besitzer den Namen Carantius trug.
Von diesem Namen wird auch der Ortsname Grenzach abgeleitet, der 1275 erstmals
erwähnt wurde.
Nach einem Rundgang mit dem Studium der Fundstücke der Römerzeit entlang des
Hochrheines fand noch ein gemeinsamer Umtrunk statt, der aus Anlaß des 80.
Geburtstages von Herta Fünfschilling und Marianne Huttner spendiert wurde.
Herrn Baukner wurde von Johanna Schaffner für die sehr interessante Führung
herzlich gedankt und eine Spende für den Verein überreicht.
Er teilte noch mit, daß der Verein für Heimatgeschichte 700 Mitglieder habe und seit
34 Jahren den gleichen Beitrag von 11 € habe. Die Mitglieder erhalten jedes Jahr eine
Broschüre.

Franz Rüttnauer

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