Basler Fähren und St. Alban

Am Samstag, den 25. August 2012 trafen sich rund 20 Mitglieder und Freunde des Geschichtsvereins beim Käppelijoch auf der Mittleren Rheinbrücke in Basel. Thema waren die „Basler Fähren“ und das „St. Alban Quartier“. Dietmar Hüglin, der sich in Basel sehr gut auskennt, führte uns.

Die Mittlere Brücke wurde bereits 1225 teils aus Holz, teils aus Stein gebaut, die kleine Kapelle auf der Brücke, das „Käppelijoch“ wurde 1392 errichtet. 1903 wurde die alte Brücke abgebrochen und durch die jetzige Steinbrücke ersetzt.

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(Fotos von Reinhard Huber)

Von der Brücke aus gingen wir am Kleinbasler Ufer entlang bis zur St. Alban Fähre. Alle 4 Basler Fähren (St. Alban-Fähre – «Wild Maa», Münster-Fähre – «Leu», Klingental-Fähre – «Vogel Gryff» , St. Johann-Fähre – «Ueli») verbinden das Kleinbasel mit Grossbasel, da die Mittlere Brücke bis 1879 die einzige Verbindung war. Alle 4 Fähren sind so genannte Gierfähren, die ohne Motorkraft an einem Seil hängend durch die Strömung des Rheins ans andere Ufer getrieben werden.

Auf der anderen Rheinseite liegt das St. Alban Quartier, das die Basler „Dalbe“ nennen. Es ist nach dem St. Alban Kloster benannt, das 1083 als erstes Kloster in Basel von Bischof Burkard gegründet wurde. Die Mönche schufen auch die Kanäle (Dyche) zur Flösserei des Holzes aus dem Jura, das vor allem zur Papierherstellung gebraucht wurde. So entstanden zur Zeit des Basler Konzils in Basel mehrere Papiermühlen. Noch heute treibt die Wasserkraft das Mühlrad des Papiermuseums an.

Nicht weit davon steht das letzte erhaltene Stück der (äußeren) Basler Stadtmauer und das St. Alban Tor.

Die erste Stadtmauer in Basel ließ Burkhard von Fenis bereits um 1080 erbauen. Um 1230 wurde diese Mauer durch eine neue, die Innere Stadtmauer, ersetzt. Die neue Mauer folgte im Bereich der heutigen Universität weitgehend der Burkhardschen, mit dem Unterschied jedoch, dass diese neue Innere Mauer einige Meter vor der alten Mauer in den Stadtgraben hinein gebaut wurde. Den Raum zwischen der alten und der neuen Mauer füllte man auf und erhielt so einen erhöht liegenden Weg, auf dem die Wache entlang der Mauer ihre Rundgänge machen konnte.

Das St. Alban Tor ist eines von 3 Basler Stadttoren der äußeren Mauer, die noch erhalten sind. Die äußere Basler Stadtmauer wurde ab 1362 gebaut und umschloss die Stadt bis 1859. Damals wurde ein Gesetz zur Stadterweiterung verabschiedet und das war das Ende der Stadtmauer und der – bis auf drei erhaltenen - Stadttore. Die Quartiere, die zwischen innerer und äußerer Stadtmauer entstanden, sind die „Vorstädte. Die St. Alban Vorstadt bezeichnet das Gebiet zwischen der inneren und äußeren Stadtmauer, der St. Albangraben bezeichnet den früheren Verlauf des Stadtgrabens, der sich vor der inneren Stadtmauer erstreckte.

Wir gingen an der Papiermühle und am St. Alban Teich, dem alten Gewerbekanal vorbei zur St. Alban Kirche, die leider zur Zeit geschlossen ist. Dort findet man den ältesten romanischen Kreuzgang der Schweiz. Von dort gingen wir den Kirchrain hinauf zur St. Alban Vorstadt, wo viele alte Basler Familien ihre Stammhäuser haben.

Die stille Vorstadt mündet bei der Wettsteinbrücke auf den geschäftigen, autoreichen St. Alban Graben. Wir aber gingen auf der anderen Straßenseite durch die Rittergasse zum Münster und genossen die Stille und die schönen alten Bürgerhäuser. Durch die Augustinergasse kamen wir zur Mittleren Brücke zurück.

Der Zufall wollte es, dass an diesem Tag das „Fährifest“ in Basel stattfand, da eine neue Fähre „Vogel Gryff“ im Klingental eingeweiht wurde. Auf der Kleinbasler Seite ließen wir den schönen Ausflug beim Fährifest an einer Buvette ausklingen.

Ganz herzlichen Dank an Dietmar Hüglin für diesen wunderschönen Ausflug und sein umfangreiches Wissen !

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