Führung Schloss Bürgeln

Am 22. September 2012, einem ziemlich trüben Tag, trafen sich über 20 Personen, um die Führung von Herrn Dr. Kluckert durch Schloß Bürgeln mitzumachen. Als wir oben ankamen, rissen die Wolken auf und wir hatten einen herrlichen Blick über das Eggener Tal.


Hier sind die Fotos

(Fotos von Reinhard Huber)

Nach der Begrüßung führte uns Herr Dr. Kluckert als erstes zu den hängenden Gärten um uns in die lange Geschichte des Schlosses einzuweihen. Hängende Gärten heißen so, weil sie auf Gebäuden, z.B. Ställen die tiefer liegen, angelegt sind und somit die vorhandene Grundfläche vergrößern.

Wo Bürgeln heute steht, war vor langer Zeit eine kleine Kirche die zum Besitz der Ritter von Kaltenbach gehörte. Im Jahr 1120 tritt Ritter Wernher von Kaltenbach ins Kloster St. Blasien ein und um 1125 übergibt sein lediger Sohn die Kirche dem Kloster St. Blasien. 1126 wird Bürgeln eine Probstei ( eine Probstei hat sowohl weltliche als auch kirchliche Aufgaben ), in der Reformation 1556 verlor Bürgeln die geistlichen Aufgaben und im Pfälzer Erbfolgekrieg wurde die Probstei schwer beschädigt und stand einige Jahre leer. 1762 wurde durch den Abt von St. Blasien ein frühklassizistischer Neubau errichtet in den an der Nordseite eine Kapelle integriert wurde und der 1764 abgeschlossen wurde.

Im Jahr 1806 ging Bürgeln in den Besitz des Landes Baden über. Baden verkaufte es an einen Landwirt; 1822 erwirbt der katholische Religionsfond die Kirche. Danach wurde überlegt, Bürgeln in ein Sanatorium zu verwandeln, aber 1912 kauft Baronin Gleichenstein den Besitz und lässt einen Ostflügel anbauen. Im Jahr 1920 muss die Baronin wieder verkaufen. Um Bürgeln der Öffentlichkeit zu erhalten, gründete sich der Bürgelnbund, der bis heute existiert. Der Bürgelnbund kaufte das Schloss und schloss mit Richard Sichler, dem Generaldirektor der Dresdner Lingnerwerke, einen Pachtvertrag. Sichler ließ das Schloss auf eigene Kosten aufwendig restaurieren. Der Tod von Sichlers Frau beendete den Pachtvertrag.

Der Bürgelnbund stellte, mit wechselndem Erfolg, Pächter ein, bis er vor ca. 5 Jahren mit dem Ehepaar Dr. Kluckert ein sehr engagiertes Pächterpaar fand, das mit vielen Ideen das Schloss mit Leben füllt.

Herr Dr. Kluckert führte uns zum Nordflügel, der heute als Festsaal dient. Wir gingen durch den Innenhof der durch den Anbau entstand und die sehr gut eingerichtete Küche in den Keller, wo ein romanischer Einsäulenraum, die frühere Kirche, ist. Diese Säule wurde von Herrn Dr. Kluckert entdeckt und unter einigen Widerständen freigelegt. Leider wurde der Raum durch unsachgemäße Elektroinstallationen fast zerstört.

Danach ging es in das Obergeschoß: das Esszimmer mit seinem böhmischen Kronleuchter, das Porzellankabinett mit der Nymphenburger Porzellansammlung, die Bibliothek und die Barockkirche. Alle Räume sind mit herrlichen Kachelöfen, orginal aus der entsprechenden Zeit, ausgestattet. Im Bildersaal kamen wir noch in den Genuss eines Chopinstückes und das war ein würdiger Abschluss für einen interessanten Nachmittag.

Danach trafen wir uns im Landhof in Riedlingen zum gemütlichen Zusammensitzen.

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