Brunnwerk St. Alban, Ausflug im Juni 2013

Am 22. Juni 2013 trafen sich 18 Interssierte unseres Vereins und des Weiler Vereins für Heimatgeschichte in Basel in der St. Alban Vorstadt.

Direkt an der Straße St. Alban-Vorstadt 81 ist ein Brunnen zu sehen, hinter der Mauer ein mit Wein überwuchertes Gebäude. Nichts verrät, dass hier ein altes Wasserreservoir steht, das bis 1981 in Betrieb war und in Notsituationen Brunnen und Bürger wieder mit Trinkwasser versorgen könnte. Das St.- Alban-Brunnwerk wurde uns von Herrn Betz, dem Kenner der Materie, in einer interessanten Führung ober- und unterirdisch gezeigt. Dabei konnte er dank seiner hervorragenden Kenntnisse auch den Bogen über die einzigartige Geschichte der mittelalterlichen Wasserversorgung von Basel spannen.

Da ist zum einen das aus einer Quelle gespeiste Wasserreservoir in der St.-Alban-Vorstadt 81, dessen Kalksteinbecken 65 000 Liter fasst. Es wurde 1839 erbaut und hat seither die Brunnen in Stadt und Münster mit Trinkwasser versorgt. Seit 1981 ist es ausser Betrieb, es wäre aber jederzeit reaktivierbar.

Hier sind die Fotos

Anschliessend besichtigten wir den Zuführungsstollen, durch den das Wasser der Haas’schen Quelle noch heute fliesst. Das Wasser fliesst im selben Tunnel in zwei verschiedene Richtungen (!). Die Quelle wurde am Mühlenberg gefasst und ihr Wasser durch den Tunnel in die Brunnstube im Lindenturm geführt. Vom Lindenturm, der als Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung 1839 oberirdisch abgebrochen wurde, sind nur noch die Fundamente sowie die Brunnstube erhalten, die wir ebenfalls besichtigen konnten. Von dort aus wurde der 38 Meter langer Tunnel zur Hirzlimühle am St.Alban-Kirchrain 12 gebaut. Von der Mühle förderte ein Pumpwerk das Wasser hinauf, wo es an der St.Alban-Vorstadt 81 in das Reservoir gelangte.

Vom Reservoir in der St.Alban-Vorstadt 81 wurde das Wasser auf den Münsterhügel und sogar bis zum Blumenrain (Hotel Drei-König) geleitet. Das St. Alban-Brunnwerk wurde später mit dem Münsterbrunnwerk verbunden. Beide Werke konnten sich so mit Wasser aushelfen. 1906 wurde das Werk St.Alban an das 1866 eröffnete Druckwassernetz angehängt; sein Quellwasser gelangte in die Netzleitungen. 1981 wurde das Werk vom Netz abgehängt. Heute fliesst sein Wasser in ein Kneippbecken am Rheinufer.

Wer mehr wissen über die BAsler Wasserversorgung wissen möchte, kann nachschauen unter

http://www.altbasel.ch/dossier/basler_wasser.html

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